Samstag, 17. Mai 2014

Große Kugel und kleine Zellen

Am 22. Februar habe ich von meinen Überlegungen hinsichtlich einer naturnahen Bienenhaltung mit dem Ziel einer höheren Varroa-Toleranz der Bienen berichtet - hier die Fortsetzung dazu:

Die Bienenkugel:
Am 28.04. wurde ein Schwarm in die Bienenkugel einlogiert. Die Rähmchen hatten weder Mittelwände noch Anfangsstreifen; nur kleine "Wachswürste" an der Oberseite.
Seit dem Einzug sind nun 20 Tage vergangen und ich wollte mal sehen, wie die Bienen so mit ihrer neuen Behausung klargekommen sind. Die Fotos sprechen denke ich für sich:




100 % Naturbau












 Das Öffenen der Kugel ist übrigens völlig unproblematisch. Die Bienen bleiben total entspannt dabei, und krabbeln auch kaum auf die Dichtkanten.



Die kleinen Zellen
Wie schon beschrieben, habe ich mir Mittelwände mit dem Zellenmaß 5,1 und 4,9 besorgt - üblich ist 5,5 mm.
Gemäß Theorie und Anleitung auf der Homepage des Mittelwamd-Händlers sind die meißten Bienen durch Zucht nicht mehr in der Lage die kleinen Zellen problemlos auszubauen. Also muss man erste eine Übergangsgeneration auf den 5,1mm Zellen ziehen, die dann auch mit 4,9 mm klarkommen sollten.

Ich habe 2 Ableger gemacht, die jetzt an den 5,1er basteln aber hier müssen die Königinnen erst mal begattet werden...
Außerdem habe ich einen Schwarm in eine 1 1/2 DN-Beute einziehen lassen, die wie folgt vorbereitet war (beginnend vom Flugloch):
  • 1 Futterwabe 5,5 mm
  • 5 Rähmchen mit Mittelwand 5,1 mm (auf 2/3 der Wabelfläche, da ich keine 1 1/2er Mittelwände habe)
  • 4 Rähmchen mit Mittelwand 4,9 mm (auf 2/3 der Wabelfläche, da ich keine 1 1/2er Mittelwände habe)
  • 2 Rähmchen mit Dreieckleiste für Naturbau
Ergebnis nach 20 Tagen:

Die Bienen haben sich für ihr Brutnest die 4,9 mm-Rähmchen ausgesucht und diese fast fehlerfrei ausgebaut. Die letzte 4,9 mm Wabe zu den Naturbau-Rähmchen ist etwas dick, so, dass man sie nicht herausbekommt. Das ist aber normal, wie ich mittlerweile gelernt habe. Immer wenn ein Mittelwand-Rähmchen oder eine Honigwabe vom letzten Jahr neben einem Leerrähmchen hängt, ist die eine zu dick und die andere verkümmert.

Einem anderen Schwarm habe ich aus Material und Zeitmangel nur leere 1 1/2 DN Rähmchen ohne alles zugehangen. Auch diese werden super ausgebaut.

Jetzt bin ich gespannt, ob bei der Varrokontrolle im Sommer Unterschiede zu den anderen Völkern festzustellen sind. Außerdem muss ich irgendwann das Experiment wagen, ein Volk komplett ünbehandelt in den Winter zu schicken - aber vielleicht warte ich damit auch noch was.

Zellenmaß 4,9 mm - da scheint der Genpool noch komplett zu sein!




Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    vielen Dank für den Beitrag. Wie teuer ist eine Beute der Bienenkugel? Und ist es nicht sehr unpraktisch mit der runden Form der Waben? Ich stelle meine Waben sonst immer einfach ab.

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    1. Ich habe die Waben einfach immer in den aufgeklappten Deckel gestellt, wenn es mal nötig war.
      ch hatte damals ca. 400 € bezahlt. Mittlerweile ist noch etwas an Zubehör dazu gekommen. Aktuelle Preise gibts hier: http://www.bienenkugel.de/preise/

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Hallo,
    seit diesem Frühjahr habe ich einen Schwarm in einer Bienenkugel. Auch ich habe nichts vorgegeben, nur eine kleine Dreieckleiste mit Wachs besrichen. Wabenabstand ist bei mir bewußt "sehr klein". Der Ausbau ist sehr gut gemacht. Die Zellengröße habe ich nicht nachgemessen. Sie erscheint aber verhältnismäßig klein im Vergleich zu anderen Völkern "Naturbau in Holzbeuten".
    Auch interessiert mich an dieser Stelle wie der Wabentausch erfolgt. Dafür habe ich noch keine Lösung!

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