Freitag, 9. Januar 2015

Schlechte Aussichten

Es ist immer eine feine Sache wenn man über schöne Dinge wie eingefangene Schwärme oder die geerntete Honigmenge berichten kann. Leider erlebt man gerade in der Imkerei (zumindest in unserer heutigen Zeit) oft herbe Rückschläge.

Bisher bin ich davon verschont geblieben - diese Serie ist nun leider abgerissen. Schon bei der Oxalsäurebehandlung, die ich dieses Jahr, früher als sonst, schon Anfang Dezember durchgeführt habe, musste ich leider feststellen, dass das Volk in der Bienenkogel verendet ist. Bei zwei weiteren Völkern war klar, dass sie die nächsten Wochen nicht überleben werden und bis auf ein einziges sprühen die verbliebenen auch nicht gerade vor Vitalität.


Das Volk hat es nicht geschafft.



Üblicherweise führt man die Oxalsäurebehandling im Brutfreien Volk durch, da man Milben die in der Brut sitzen sonst nicht erreicht. Was aber tun, wenn es zu warm ist, und die Völker einfach durchbrüten!? Darum habe ich mich entschlossen, zu behandeln, wenn zumindest die Bedingungen für die Durchführung der Behandlung gut sind. Das war nach den einzigen erwähnenswerten Frosttagen der Fall. Und das aktuelle Wetter da draußen bestätigt meine Entscheidung.

Dies ist nun schon der zweite viel zu warme Winter - der Milbendruck war bereits im Herbst enorm, weshalb ich mich auch entschlossen habe keine Risiken einzugehen und konsequent zu Behandeln (was ich ja eigentlich nicht mehr wollte).

Michael Bush würde vermutlich sagen, dass ich froh sein soll, dass das ganze unbrauchbare Erbmaterial weg ist, und die Überlebenden mir helfen werden perfekt angepasste Bienen zu züchten. Allerdings bin mir nicht so sicher, ob sich ein natürlicher Organismus an so viele Störfaktoren auf einmal anpassen kann...

Aber Milbe hin oder her - der Tod der Bienenkugel ist ohnehin etwas sonderbar. Es sieht aus, als seien alle Bienen auf Knpfdruck tot zu Boden gefallen. Für einen Varroaschaden ist das ein eher ungewöhnliches Bild.

Ich habe von anderen Imkern gehört, dass es teilweise schon im Herbst bis zu 50 % Verluste gegeben hat. Manche vermuten einen Zusammenhang zwischen dem üblichen "Totspritzen der Äcker" vor dem Säen und dem warmen Wetter im Herbst, bei dem die Bienen noch fleißig Pollen gesammelt haben. Beweisen kann man das natürlich wie immer nicht.

Einen Teil der Schuld muss ich mir vermutlich auch selber zuschreiben - war schon ein wenig durcheinander im letzte Jahr mit den ganzen Schwärmen und verschiedenen neuen Beutensystemen, etc.
 

Daraus versuche ich die nötigen Schlüsse ziehen, und mich für 2015 auf den Wiederaufbau des Bestandes und die  Weiterentwicklung meiner Betriebsweise kümmern. Ich hoffe nur dass noch genug Bienen zum "Entwickeln" überleben. Die Honigernte werde ich hinten an stellen, bzw. die Bienen auf dem eigenen Honig überwintern lassen.

Die Bienenkugel wird, sofern Schwärme zur Verfügung stehen, natürlich wieder mit Leben gefüllt. Die Sache mit den kleinen Zellen werde ich weiterverfolgen.
Da ich dieses Jahr gemerkt habe, dass ich mich immer weniger mit der klassischen Magazinimkerei und der ganzen "Hochstapelei" anfreunden kann - Dadant hin oder her - möchte ich zusätzlich die Einraumbeute von Mellifera ausprobieren.

Was von den toten Völkern übrig bleibt ist nur das Wachs - bei der Bienenkugel sogar 100 % Naturbau. Die Weiterverarbeitung des Wachses ist allerdings auch so eine Sache für sich -  davon aber im nächsten Beitrag....







Kommentare:

  1. Hey!
    hattest du es in den letzten Jahren geschafft ein Volk in deiner freistehenden Bienenkugel über den Winter zu bringen? Ich sehe ja auf deinen Bildern das du bei der Kugel nur ein Dach drüber gebaut hast und finde das eine schöne Lösung wenn man die Bienenkugel nicht in ein Minibienenhaus stellen möchte!
    mfg

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  2. Hi Thomas,

    ich muss gestehen, dass die Bienenkugel seither unbewohnt im Schuppen steht. Aber ich bin sieses Jahr mit 12 Völkern aus dem Winter raus - und bei der abgefahrenen Witterung rechne ich mit einigen Schwärmen. Darum werde ich sie dieses Jahr wohl wieder mit Leben füllen. Allerdings mit einem Nachschwarm, der dann hoffentlich nicht schon im Luji wieder aus allen Nähten platzt..

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