Samstag, 17. Januar 2015

"Wir haben es satt"

Heute war ich zusammen mit ca. 50.0000 anderen (die Zahl ist durchaus glaubwürdig) in Berlin der  ‪#‎wirhabenessatt -Demo um für eine bessere Agrarpolitik und gegen TTIP zu demonstrieren.

Hier ein paar Eindrücke von heute:










#wirhabenessatt Wir haben es satt 2015




















Freitag, 9. Januar 2015

Schlechte Aussichten

Es ist immer eine feine Sache wenn man über schöne Dinge wie eingefangene Schwärme oder die geerntete Honigmenge berichten kann. Leider erlebt man gerade in der Imkerei (zumindest in unserer heutigen Zeit) oft herbe Rückschläge.

Bisher bin ich davon verschont geblieben - diese Serie ist nun leider abgerissen. Schon bei der Oxalsäurebehandlung, die ich dieses Jahr, früher als sonst, schon Anfang Dezember durchgeführt habe, musste ich leider feststellen, dass das Volk in der Bienenkogel verendet ist. Bei zwei weiteren Völkern war klar, dass sie die nächsten Wochen nicht überleben werden und bis auf ein einziges sprühen die verbliebenen auch nicht gerade vor Vitalität.


Das Volk hat es nicht geschafft.



Üblicherweise führt man die Oxalsäurebehandling im Brutfreien Volk durch, da man Milben die in der Brut sitzen sonst nicht erreicht. Was aber tun, wenn es zu warm ist, und die Völker einfach durchbrüten!? Darum habe ich mich entschlossen, zu behandeln, wenn zumindest die Bedingungen für die Durchführung der Behandlung gut sind. Das war nach den einzigen erwähnenswerten Frosttagen der Fall. Und das aktuelle Wetter da draußen bestätigt meine Entscheidung.

Dies ist nun schon der zweite viel zu warme Winter - der Milbendruck war bereits im Herbst enorm, weshalb ich mich auch entschlossen habe keine Risiken einzugehen und konsequent zu Behandeln (was ich ja eigentlich nicht mehr wollte).

Michael Bush würde vermutlich sagen, dass ich froh sein soll, dass das ganze unbrauchbare Erbmaterial weg ist, und die Überlebenden mir helfen werden perfekt angepasste Bienen zu züchten. Allerdings bin mir nicht so sicher, ob sich ein natürlicher Organismus an so viele Störfaktoren auf einmal anpassen kann...

Aber Milbe hin oder her - der Tod der Bienenkugel ist ohnehin etwas sonderbar. Es sieht aus, als seien alle Bienen auf Knpfdruck tot zu Boden gefallen. Für einen Varroaschaden ist das ein eher ungewöhnliches Bild.

Ich habe von anderen Imkern gehört, dass es teilweise schon im Herbst bis zu 50 % Verluste gegeben hat. Manche vermuten einen Zusammenhang zwischen dem üblichen "Totspritzen der Äcker" vor dem Säen und dem warmen Wetter im Herbst, bei dem die Bienen noch fleißig Pollen gesammelt haben. Beweisen kann man das natürlich wie immer nicht.

Einen Teil der Schuld muss ich mir vermutlich auch selber zuschreiben - war schon ein wenig durcheinander im letzte Jahr mit den ganzen Schwärmen und verschiedenen neuen Beutensystemen, etc.
 

Daraus versuche ich die nötigen Schlüsse ziehen, und mich für 2015 auf den Wiederaufbau des Bestandes und die  Weiterentwicklung meiner Betriebsweise kümmern. Ich hoffe nur dass noch genug Bienen zum "Entwickeln" überleben. Die Honigernte werde ich hinten an stellen, bzw. die Bienen auf dem eigenen Honig überwintern lassen.

Die Bienenkugel wird, sofern Schwärme zur Verfügung stehen, natürlich wieder mit Leben gefüllt. Die Sache mit den kleinen Zellen werde ich weiterverfolgen.
Da ich dieses Jahr gemerkt habe, dass ich mich immer weniger mit der klassischen Magazinimkerei und der ganzen "Hochstapelei" anfreunden kann - Dadant hin oder her - möchte ich zusätzlich die Einraumbeute von Mellifera ausprobieren.

Was von den toten Völkern übrig bleibt ist nur das Wachs - bei der Bienenkugel sogar 100 % Naturbau. Die Weiterverarbeitung des Wachses ist allerdings auch so eine Sache für sich -  davon aber im nächsten Beitrag....







Sonntag, 30. November 2014

Überwachungsstaat

Da sich in den letzten Jahren leider immer mehr Fälle von Diebstahl und Vandalismus häufen und die Einschläge irgendwie immer näher kommen, hatte ich mich im Sommer dazu entschieden in diverse Überwachungstechnik zu investieren.

Glücklicherweise konnten die Kameras bisher nichts Schlimmes berichten. Im Gegenteil - hier ein paar Schnappschüsse aus dem vergangenen Sommer:







Sonntag, 16. November 2014

Honiggläser bitte nicht in die Spülmaschine

Hallo liebe Honigkunden ,

eine kleine Bitte (auch im Namen aller anderen Imker, die sich mit dem gleichen Problem rumärgern):

Bitte steckt die Gläser nicht mit Etikett in die Spülmaschine. Die meisten Etiketten gehen danach absolut nicht mehr ab - bzw. der Aufwand Papier und Kleberreste zu entfernen ist gigantisch.
Ich hab mir extra wiederablösbare Etiketten gekauft: Direkt nach dem Aufkleben lösen sie sich von selber wieder ab - nach der Spülmaschine nie wieder! Wenn ich das Problem nicht in den Griff bekomme, muss ich die Sache mit dem Pfand einstellen und den Glaspreis komplett auf den Honigpreis aufschlagen.

Am Besten die Gläser einfach ungespült zurückgeben. Da ist nichts Ekliges dabei - es ist nur Honig - der kann nicht gammeln. Und ich muss die Gläser eh alle nochmal durch die Spülmaschine jagen bevor ich sie  wiederverwende.

Vielen Dank

Sonntag, 12. Oktober 2014

Oktobersonne

Hier im Norden können wir uns dieses Jahr über zu wenig Sonne nun wirklich nicht beschweren. So viele gute Flugtage hatten die Bienen um diese Jahreszeit glaub ich noch nie - und Senf, Astern und Efeu liefern noch reichlich Pollen und auch Nektar!

Hier ein paar sommerliche Herbstimpressionen:

Die Herbstastern sind schwer beliebt - 

egal, ob weiß oder lila.

Der Senf dient als Zwischensaat - die Bienen freuts!


Das ganze Feld brummt!

Hier werden noch ordentlich Pollen eingetragen.

Vor der Bienenkugel sterzeln zwei Arbeiterinnen.

Wo sie die tief-lila Pollen finden weiß ich auch nicht!


Bevor der Schatten unseres Hauses auf die Bienenkugel fällt,
kommen wie auf  Knopfdruck alle Bienen nach Hause!

Dienstag, 23. September 2014

Der Herbst ist da!

Irgendwie lässt es sich jetzt nicht mehr leugnen. Es wird kühler, kahler und dunkler. Das Sonnenblumenfeld vor unserem haus ist leider schon lange in die Biogasanlage gewandert und auch sonstige Trachtquellen für die Bienen sind rar geworden.


Die Nachtkerze spendet letzte Pollen...

...die fleißig eingetragen werden.


Die Völker sind soweit fit für den Winter- eingefüttert und Varroabehandelt. So ganz glatt ist es aber seit dem letzten Post Ende Juni nicht gelaufen:

(Sommer)-Honigernte
Hat stattgefunden - 40 kg hat es nochmal gegeben. Die Gesamtjahresernte liegt damit bei 160 kg. Auf die Anzahl der Wirtschaftsvölker (9) umgerechnet ist das nicht besonders viel, das gebe ich wohl zu. Auf das Wetter werde ich es nicht schieben - da bin ich im Prinzip schon selber schuld.
Da ich mich ja dem Thema Schwarmverhinderung mehr oder weniger verweigert habe, habe ich dieses Jahr mehr Bienen als Honig produziert.

Die neuen Etiketten für den Sommerhonig


Die Sache mit den Schwärmen
Da ist es an der Zeit dieses Jahr mal selbstkritisch zu betrachten. Von 9 Wirtschaftsvölkern haben 10 (!) geschwärmt. 10 deshalb, weil 8 Wirtschaftsvölker geschwärmt sind; davon habe ich drei Schwärme selber behalten, von denen sind 2 ebenfalls wieder geschwärmt. Alle anderen Schwärme habe ich abgegeben  - dabei meine ich jeweils die Vorschwärme. Nachschwärme habe ich dann größtenteils doch verhindert.

Das hat natürlich dazu geführt, dass die abgeschwärmten Wirtschaftsvölker lange Zeit damit verbracht haben sich wieder aufzubauen - die neue Königin muss erst schlüpfen, dann begattet werden und beginnt dann hoffentlich mit der Eiablage. In der Zeit passiert nicht viel im Honigraum. Und da der Brutraum immer leerer an Brut wird, wird Honig natürlich dort eingelagert.

Die Frage ist jetzt natürlich ob das schlimm ist. Die meisten "normalen" Imker würden darüber lachen bzw. sogar schimpfen, weil die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass mir doch mal ein Schwarm durchgegangen ist und jetzt irgendwo sein Glück alleine versucht. Dabei könnte er versehentlich die wertvollen Rassebienen eines anderen Imkers mit seinem "minderwertigen" Erbgut unterwandern. Höchstwahrscheinlich wird er aber an der Varroa zugrundegehen, was zugegebenermaßen dazu führen kann, dass andere Bienen davon Milben abbekommen.

Aber es hat auch Vorteile: Alle meine Wirtschaftsvölker haben taufrische Königinnen - von den Bienen selbst ausgewählt und völlig kostenlos. Den Honig, den die Bienen in den Brutraum eingetragen haben, durften sie behalten - für die Bienen sicher besser als der Futtersirup, den sie von mir bekommen.

Dass allerdings auch die Schwärme noch mal schwärmen, damit hatte ich nicht gerechnet. Das hat dann leider auch dazu geführt, dass ich das Volk, das am 26.06. geschwärmt ist (siehe Post) verloren habe. Die Königin war scheinbar nicht von der Begattung zurückgekehrt. Ich hatte eine Brutwabe mit frischen Eiern zugehangen, aus denen sich das Volk zunächst eine Königin nachgezogen hat. zuächst hat auch alles gut geklappt, Arbeiter Brut und eine geschlossenes Brutnest waren vorhanden. Doch dann ist an diesem Volk plötzlich Räuberei ausgebrochen. Die Ursache dafür war, dass es schon wieder Weisellos war. Da nicht mehr ausreichend Bienen für einen Neuanfang vorhanden waren, habe ich das Volk dann aufgelöst.

Ich werde mir jetzt also mal ein paar Gedanken machen, wie ich das mit den Schwärmen in Zukunft handhabe. Sehr inspirierend ist dabei ein Lehrfilm über die Korbimkerei, den ich kürzlich entdeckt habe - ein bisschen witzig von der Machart, jedoch auch sehr interessant - hier zu finden: Lehrfilm - Korbimkerei 

Die Bienenkugel...
..ist tatsächlich auch einer der Schwärme, die ganz spät im August nochmal geschwärmt sind. Den Schwarm habe ich leider tatsächlich verpasst, da ich absolut nicht damit gerechnet habe. Die Schwarmzellen waren sehr geschickt versteckt und nicht sehr zahlreich.
Aber es ist alles gut gegangen und die junge Königin legt fleißig Eier. Allerdings ist die Kugel dadurch mit der Einfütterung und der Varroabehandlung noch etwas hinterher. In der Brutfreien  Phase nach dem Schwärmen hatte ich es mit Milchsäure versucht - war aber nicht sehr erfolgreich. Also gab es dann doch noch Ameisensäure - und es wird auch noch eine Behandlung folgen müssen. Allerdings halte ich die Dosierung etwas geringer als bei den anderen Völkern - alleine schon wegen des geringeren Volumens. Wie sich die Kugel insgesamt in Sachen Varroa und Futter von den anderen Völkern unterscheidet muss man nach dem Winter betrachten.

Die Bienenkugel hat ein neues Dach bekommen


Die Varroabehandlung...
...wollte ich ja eigentlich mittelfristig mal aussetzen. Dieses Jahr kann ich dass aber nicht verantworten. Der Befall ist sehr stark gewesen - was sicher auch mit dem milden Winter13/14 zu tun hat.
Milbenfall nach AS-Behandlung

Die kleinen Zellen...
...können daran auch nichts ändern, da die betreffenden Völker noch nicht komplett darauf umgestellt sind bzw. ein Volk mit kleinen Zellen wie schon beschrieben aufgelöst werden musste.

Besonders auffällig finde ich allerdings, dass die Völker die in 1 1/2 Zargen DN-Holzbeuten auf normalen Zellen sitzen im Vergleich zu den 2-zargigen Völkern in den Segeberger Kunststoffbeuten ein viel massiveres Milbenproblem haben! Das kann ich mir maximal mit der Temperatur erklären - wobei das im Sommer ein eher schwacher Ansatz ist.


Die Bilanz 
für dieses Jahr fällt also folgendermaßen aus.

  • 9 Völker sind aus dem Winter gekommen. und gehen auch wieder hinein, davon 8 mit jungen Königinnen
  • Drei Schwärme haben wir behalten, davon wurde einer Weisellos
  • Zwei Ableger wurden herangezogen
  • 360 Gläser Honig hat es gegeben
  • 250 kg Futtersirup sind verfüttert.
  • Viel Geld habe ich ausgegeben - hab's nicht zusammengerechnet
  • 9 Völker, 2 Schwärme und 2 Ableger gehen in den Winter...

...mögen Sie Ihn gut überstehen






Nachtrag:
Der Link zum Lehrfilm über Korbimkerei ist leider tot - das Video wurde von Youtube entfernt. Die Filme können aber noch hier angesehen werden: https://av.getinfo.de/media/9316?29